Herzöffnung

Wir sind nun fast vier Wochen mit unserem Wohnmobil unterwegs. Immer weiter südlich, an der Küste von Spanien entlang und wir kommen immer mehr bei uns selbst an.

Wenn ich darüber nachdenke, dass die meisten Menschen oft nur 10-14 Tage irgendwo Urlaub machen um sich zu erholen, werde ich traurig. Denn von Tag zu Tag wird uns immer klarer, dass unser Körper und unser Energiesystem eine andere Geschwindigkeit haben, als unser Verstand. 

Wir glauben nur, dass uns ein paar Tage zur Erholung genügen…wenn wir jedoch einmal gänzlich loslassen, ohne unserem Körper eine Zeit vorzuschreiben in der er sich zu erholen hat, werden ganz andere Prozesse und Erkenntnisse sichtbar und spürbar.

Heute Nacht war Zeitumstellung und soll ich euch was sagen…wir haben es nicht bemerkt!   

Weil Zeit seit Wochen für uns unwichtig geworden ist. Es geht im Moment nicht darum, zu einer bestimmten Uhrzeit zu essen oder zu schlafen. Vielmehr geht es darum, auf die Bedürfnisse des Körpers zu hören und auf seine Botschaften zu lauschen. Wenn wir Hunger haben – essen wir, wenn wir müde sind – ruhen wir uns aus. Es ist ein Geschenk, welches uns sehr demütig und dankbar sein lässt. Im Alltag wird genau das von so vielen Energien vom Aussen bestimmt, oder sogar von anderen Menschen. Überall im Leben wird uns etwas vorgegeben wie die Dinge am besten zu sein haben. Wer kann im Moment sagen, dass er täglich seine ‚banalsten’ Bedürfnisse nur für sich selbst erfüllen kann und wo gehst du Kompromisse ein, die dir selbst weh tun, nur um zu gefallen oder zu funktionieren?

Wir befreien uns gerade von vielem, immer auch mit dem Wissen, dass dies einigen ein Dorn im Auge ist! Denn wir funktionieren nicht so wie es ‚vorgesehen‘ ist oder wie es von uns erwartet wird. Diese Reise ist eine Reise FÜR uns und ZU uns, nicht gegen euch! 

Wenn ich all dies schreibe, heißt dass nicht, dass ich dein Leben kritisiere, lediglich, dass wir unseres hinterfragen und an der ein oder andern Stelle verändern.

Und soll ich euch was sagen…es tut selbst uns manchmal weh! Ja, es schmerzt, wenn wir erkennen wie wir bisher gelebt haben und was es mit uns gemacht hat, denn auch unsere Körper sprechen mit uns. 

Mich begleitet schon seit einigen Wochen ein Bandscheibenvorfall mit Nervenschmerzen bis in den Fuß. Ich habe vieles probiert, von schulmedizinischer Schmerztherapie bis zur Energieheilung. Nichts davon hat im Ansatz gewirkt. Welche Erkenntnis ich jedoch gewonnen habe: ‚Alles was ich brauche um zu heilen, habe ich in mir.‘ 

Ich habe beschlossen meine Schmerzen als Teil von mir gerade anzunehmen und meinem Körper und seinen Prozessen zu vertrauen. Thematisch wird der unteren Lendenwirbelsäule und dem Kreuzbein, das Wurzelchakra zugeordnet. Dieses steht für unsere Wurzeln und für die Sicherheit. 

Unsere oder meine Sicherheit kam durch die Kündigung von Uli sehr ins Wanken. Wir haben eine Entscheidung getroffen, die das Potenzial hatte, unser gesamtes Leben über den Haufen zu schmeißen – Haus verkaufen und ins Ausland gehen! Zugegeben, es war für einige Zeit eine Option. Dauerhaft am Meer zu leben, immer warmes Wetter, Südfrüchte essen und braun sein. Jedoch ist uns schnell klar geworden, dass wir andere Visionen haben. Wir wollen nicht den leichtesten Weg gehen. Denn dies wäre der leichteste. Loslassen und abhauen.

Vielmehr möchten wir der Vision folgen, in unserem Zuhause eine Gemeinschaft mit anderen Menschen und Freilernern aufzubauen. Einen Ort zu erschaffen, an dem Heilung, Gemeinschaft, Austausch und Freilernen, permakulturell miteinander verbunden werden kann.

Auf all dies, hat mein Wurzelchakra massiv reagiert. Mein Ischiasnerv zeigt mir die Anspannung in meinem System und ich habe begonnen, mir immer mehr zu lauschen. Denn dafür schenkt mir unsere Reise Zeit. Zeit für mich und meinen Körper, Zeit mich hinzulegen wenn laufen und sitzen zu weh tut, Zeit Visionen und Ideen zu verfolgen und Zeit all diesen Prozessen ihren Raum zu geben. Ja, überhaupt die Inspiration wieder fließen zu lassen.

Denn all dies geht häufig nicht von heut auf morgen vorbei. Unser Körper braucht einfach länger als unsere Gedanken und unsere Energie. Ich habe beschlossen meinem Körper die Zeit zu schenken, die er braucht. Ich lese gerade ein Buch von Ram Dass. Er schreibt über das Leid und die Herausforderung, sein Herz auch im Schmerz geöffnet zu lassen. Nicht alles ist Sonne und Heiterkeit, jedoch kann in jedem Schmerz und jeder Dunkelheit ein Schatz verborgen sein.

Denn die Liebe die durch unser geöffnetes Herz fließt, macht Heilung erst möglich!

Ich sitze jetzt hier auf der Klippe am Meer in der Sonne, schreibe und bin glücklich, weil ich meine Herz weit offen habe – für mich und für das Leben!

All die Eindrücke die uns dieses Land in den letzten Wochen gegeben hat, wirken auf uns.

Spanien ist viel trockener und größer, als ich mir jemals hätte vorstellen können. Es gibt mehr Steine und Staub, als grüne Flächen. Richtige Erde mit nahrhaftem Boden, so wie bei uns zuhause, gibt es hier am Meer entlang nirgendwo. Alles Steine, Kalk und Staub. Diese endlosen Gewächshäuser mit Tomaten und anderem, mit Pestiziden vollgespritztem Gemüse gibt es hier trotzdem fast überall im Süden. Das schlimme daran ist, es gib auch kaum frisches Süßwasser und trotzdem ist Spanien beim Obst und Gemüseanbau für Deutschland ganz vorne dabei. Es stimmt uns traurig, all das einmal in echt zu sehen. Alle Felder, alle Olivenhaine oder Orangenplantagen, sind mit Bewässerungschläuchen versehen, denn ohne sie wäre Wachstum in der Form nicht möglich. Permakulturell absoluter Schwachsinn, mit dem Gedanken, all dies nicht unterstützen zu wollen und weiterhin in Deutschland gewachsenes biologisches Obst und Gemüse zu kaufen.

In jedem Supermarkt, gibt es zwar eine kleine Bioabteilung, jedoch ganz selten frische biologisches Sachen. Laut Berichten, gibt es diese wohl auf Bauernmärkten, diese haben sich vor uns jedoch noch etwas versteckt.

Auch liegt überall Müll herum. Da oft ein leichter Wind weht, wird dieser auch über weite Flächen verteilt. 

Letztlich ist jedoch die Schönheit eines Landes immer aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen. Definitiv ist es so, dass die Küsten, die wir bisher gesehen habe, wunderschöne Orte sind.

Fast sogar malerisch. Berge bis ans Meer mit kristallklarem Wasser. Wilde Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Cistrose wachsen hier in ruhen Mengen und erfreut unsere Gewürzvorräte. 

Wir sind gespannt, an welche Orte uns unsere Intuition noch bringt. Unser Herz für Spanien bleibt weiterhin geöffnet und wir bestaunen dieses so ganz und gar besondere Land. Jonathan hat sogar festgestellt, dass Spanier im Vergleich zu uns deutschen, allesamt etwas kleiner sind. Wir werden diese Beobachtung weiter verfolgen. 🙂

Ich mag meinen heutigen Bericht mit den Gedanken abschließen, dass es uns allen zeitweise sehr gut tun würde, aus unserer gewohnten Umgebung einmal herauszutreten um andere Orte und Menschen kennenzulernen. Wir staunen hier so oft. Wir sind einfach im Moment und sind dankbar für dieses Geschenk der Reise an uns selbst. Unsere Kinder sind genauso glücklich wie wir beide. Sie bewundern die vielen Steine an den Stränden, suchen Muscheln oder andere Schätze des Meeres. Sie sind einfach frei und ihre Augen strahlen ihr Glück nach außen. 

Wir dürfen hier heilen und uns neu ausrichten. Unsere Energie wieder aufladen, um zuhause unsere Vision einer Gemeinschaft umzusetzen. Wir sammeln weiter Inspirationen, treffen interessante Menschen, genießen den Tag und SIND einfach.

Mit Sonne im Herzen

Kristin