ReiseLiebe

Schon in den ersten Tagen zuhause wussten wir: ‚Unsere Reise ist noch lange nicht am Ende. Ganz im Gegenteil. Wir haben das Gefühl, die letzen Wochen waren tatsächlich ‚nur‘ der Beginn von etwas viel Größerem. Wir haben beide einige Wochen gebraucht um wahrlich in der Reise anzukommen und erst einmal alles andere hinter uns zu lassen. Viel zu groß sind die Einflüsse des ‚normalen‘ Lebens auf uns gewesen. Viel zu komplex die Fragen, die wir uns anfangs gestellt haben und viel zu laut waren unsere Gedanken, wie das Leben zu sein hat und was von uns erwartet wird.

Das alles loszulassen, um einfach im Moment zu sein, hat uns einiges an Selbstreflektion gekostet.

Wir haben jedoch jeden Tag hingesehen und wahrgenommen. Wir haben jeden Tag gefühlt was wir JETZT brauchen und unsere Gedanken beobachtet.

Es ist schon interessant, was so ein Geist jeden Tag für sinnlose Dinge denkt um dadurch zu erkennen, dass genau diese sinnfreien und energieraubenden Gedanken uns in der Negativität gefangen halten und sich dadurch nichts verändert.

Obwohl ich über Bewusstsein und Achtsamkeit schreibe, gibt es auch in mir immer mal wieder diese sinnlosen und zerstörerischen Gedanken, die mich gefangen halten. Konditionierung haben wir alle erfahren. Der Unterschied liegt lediglich darin, es zu reflektieren und die negativen Gedanken BEWUSST zu erkennen und zu fühlen, welche Energie dadurch in mir entsteht.

Erst das Fühlen der Schwere und der Enge lässt die Möglichkeit zu, etwas zu verändern – leider. Wie mache ich das genau? Ich verändere meinen Fokus und werde mir der schönen Dingen um mich herum bewusst.

Wir haben alle immer die Wahl! Wollen wir den Dreck in der Ecke des Zimmers suchen oder sehen wir die herrlich blühenden Blumen auf der Fensterbank und fühlen dadurch die Lebendigkeit im Raum? Sind spielende Kinder lärmend oder ist ihre Lebensfreude ansteckend?

Wir haben uns für eine Weile bewusst dazu entschieden unser Leben auf engstem Raum im Wohnmobil zu leben. Es war ein Geschenk, nur einige Minuten am Tag etwas aufzuräumen oder den Abwasch zu machen, um uns dann den ‚wirklich wichtigen Dingen des Lebens‘ zu widmen. Wir haben es genossen bis um neun zu schlafen und dann erst einmal gemütlich einen Kakao oder Kaffee zu kochen, um diesen dann in der Sonne, am Meer zu genießen. Die Tage begannen immer sehr ruhig und waren nach unseren Bedürfnissen ausgerichtet. Hatten wir Lust aktiv zu sein, haben wir das gemacht…jedoch haben wir deutlich weniger kulturelle Unternehmungen unternommen, als wir uns vorgenommen haben. Viel wichtiger war das Ausruhen. Was jedoch erst die innere Erlaubnis von uns beiden bauchte, dieses ‚NICHTSTUN‘ auch zu genießen.

Denn schließlich arbeitet ja Montag Vormittag der Rest der Bevölkerung und wir liegen mal wieder nacksch in der Sonne und genießen die Schönheit des Lebens. Eine ganz schöne Herausforderung, dieses geistige Geplapper auszustellen und dem Ego begreiflich zu machen, dass aber genau dieses ‚NichtsTun‘ JETZT das einzig Wichtige in unserem Leben ist.

Wir haben es einfach gebraucht um einige innere Wunden zu erkennen und sie zu heilen. Es brauchte diese 11 Wochen nur für uns als Familie. Denn alles hat seine Zeit. 

Jetzt, zuhause angekommen, hat uns unser ‚normales‘ Leben erst einmal mit Macht überrollt. Die Größe des Hauses mit all den vielen Räumen und Sachen darin, der wilde und blühende Garten….all die viele Arbeit, die uns hier jeden Tag laut ins Gesicht schreit: ‚Macht! Tut!‘.

Ich sags euch…das is wie ins kalte Wasser springen…erst einmal is da nur Schock…erst langsam gewöhnt sich der Körper ans kalte Wasser und beginnt sich daran zu gewöhnen.  Mittlerweile sind wir aus unserem anfänglichem Schock erwacht und kommen in unserem Paradies immer mehr an. Das sonnige Wetter hilft uns dabei auch sehr. Denn die ersten Tage habe ich schmerzlich die Wärme der spanischen Sonne vermisst. Jetzt sitze ich hier unter unserer wunderschönen Eiche, barfuss in kurzen Hosen und die Kinder baden in unserem Teich. Wieder nur unglaubliche Fülle um mich herum, welche mich in den Moment zurückholt und mich Dankbar sein lässt.

Ich vermisse das Meer, dass habe ich immer schon gemacht. Müsste ich mich zwischen Meer und Berge entscheiden, würde ich immer das Meer wählen. Es gibt in mir einen Teil, der Meersüchtig ist. Da ist diese starke Verbindung zu diesem Element, welche mich in ihren Bann zieht. Vielleicht auch, weil ich vom Sternzeichen Fisch bin.  Egal an welchem Strand wir waren, dass Meer hatte jedesmal eine andere Farbe, eine etwas andere Energie und auch die Wellen waren jedesmal anders. Mal umspielte es sanft unsere Füße und lullte uns ein, mal war das Meer so still, dass es einem See glich und mal wild und stürmisch, wie feurige Emotionen und ließ uns durch diese Lautstärke nachts immer wieder wach werden.

Wir waren am Mittelmeer, wo die Sonne im Osten über dem Meer aufgeht und wir waren am Atlantik, wo es endlich einen Sonnenuntergang im Meer gab. Beides ist wunderschön und löst während ich davon schreibe und in meinem Inneren die Bilder davon sehe, Fernweh und Meerweh aus. Wo auch immer diese tiefe Sehnsucht herkommt, ich werde ihr immer wieder nachgeben und dem Rufen des Meeres folgen.

Wir wissen, es war nicht unsere letzte Reise, sondern unsere erste. Wir wollen die Schönheit unserer Erde sehen und nicht nur durch den Fernseher. Wir wollen ferne Gerüche riechen und neue Sprachen lernen, wir wollen bunter Menschen treffen und ihren Geschichten lauschen, wir wollen diese besondere Freiheit immer wieder fühlen und leben.

Jetzt sind wir erst einmal zuhause und wir haben Glück, denn wir leben im Paradies. Wir kommen nicht in eine kleine Wohnung in der Platte zurück, sondern ins Grüne. Wir haben uns all dies mit viel Liebe erschaffen und möchten es nicht einfach so wieder her geben. Wir werden diesen Sommer hier verbringen um einiges Neues zu erschaffen um im Herbst wieder dem Ruf der Meer- und Reisefreiheit zu folgen.

Freut euch auf Vollmond Abende am Lagerfeuer, Abende mit HandPan und Heilfrequenzen, Permakultur Workshops mit einem lieben Freund von uns und eventuell einer Ausbildung in Selbstheilungstechniken.

Ich habe einige Ideen in meinem Kopf und werde sie eher spontan umsetzten. ;-D Ihr dürft euch jedenfalls darauf freuen.

An alle die gern wieder einen Termin bei mir haben möchten, meldet euch gern. Ich vergebe Termine in meinem neu gewonnen Tempo der Achtsamkeit, denn ich habe die letzten Wochen ganz klar lernen dürfen, was mir gut tut und was nicht.

Danke an alle, die die letzten Wochen meine Texte gelesen haben. Danke für all eure liebevollen Kommentare und Herzen. Es bedeutet mir viel. Auch der Gedanke an ein weiteres Buch wächst immer weiter in mir…ich bin gespannt. 

Wir haben all diese Einblicke unseres Lebens mit euch geteilt, weil wir euch Mut machen wollen. Mut, andere Wege zu gehen, Mut und Vertrauen zu entwickeln um für eure Träume einzustehen und sie nicht nur zu träumen und ihnen hinterher zu laufen.

Träume sind dafür da um sie zu leben!

Niemand hat das Recht einem zu sagen was das Beste für das eigene Leben wäre. Nur wir selbst. Wir selbst haben die Pflicht das Beste aus unserem Leben zu machen und selbst ‚unrealistische‘ Träume in die Tat umzusetzen. Wir haben nichts zu verlieren, außer unser Leben.

Denn am Ende dessen zählt nur eins: ‚ Warst du wirklich glücklich?‘

Aho 

Kristin